David gegen Goliath? MDR als Chance für den Mittelstand

19.02.2019
Den Kleinen wird's an den Kragen gehen, dachte man bisher. Könnte auch anders kommen ...

Bislang ging man – zwischen all der übrigen Schwarzmalerei – davon aus, dass die MDR vor allem den kleinen bis mittelständischen Unternehmen das Genick brechen könnte: zu wenig Kapazität, weniger freie Mittel und geringe Durchsetzungschancen gegen die Großen beim Run auf die Benannten Stellen. Wir sehen und erleben das mittlerweile anders: Die kleinen und mittelständischen Unternehmen mit ihren kurzen Entscheidungswegen machen mit Flexibilität wett, was ihnen die großen Hersteller an Mitteln voraus haben, und nutzen gut den Platz, den ihnen die Global Player gerade einräumen. Wie wir darauf kommen?

Neulich ließ ein Gesprächspartner, Regulatory-Entscheider eines großen, multinationalen Herstellers, einen bezeichnenden Satz fast beiläufig fallen: „Im Zuge der MDR und im Hinblick auf die Zahlen fürs nächste Jahr wurde entschieden, sieben von neun unserer Produkte der Sparte […] aus dem Portfolio zu streichen.“ Genau so funktioniert das: Zahlen zählen. Und schon trennt man sich von Produkten, von denen eine zu geringe Rendite errechnet wird. Die Konsequenz: Es gibt Platz auf dem Markt! Und den können jetzt die für sich nutzen, die einerseits in der Lage sind, schnell und flexibel auf Marktbewegungen zu reagieren, andererseits aber auch das Traditionsbewusstsein und die Ausdauer besitzen, an Gutem festzuhalten: die inhabergeführten kleinen und mittelständischen Unternehmen. Die sind so auf dem besten Weg, den Großen ohne viel Aufhebens einiges an Marktanteilen abzuluchsen.

Wir wünschen allen Herstellern viel Erfolg bei ihrem Tun und gerade in diesen stürmischen Zeiten weise Entscheider.