Normung: Mitgestalten und mitentscheiden

18/05/2018
Seit ca. einem halben Jahr engagiere ich mich als Technischer Experte in zwei Arbeitskreisen des DKE (Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE). Der DKE ist deutsches Mitglied in IEC und CENELEC; Aufgabe meiner Arbeitskreise ist es, die Normung für die Bereiche Informationssicherheit (DKE/AK 811.3.3) und unter anderem Softwareentwicklung (DKE/AK 811.3) auf nationaler Ebene voranzutreiben.

Normung ist ein extrem komplexer Prozess mit sehr vielen Beteiligten und ganz eigenen Mechanismen. Sich darin zurechtzufinden, war am Anfang sicher die größte Herausforderung. Meine Kollegen agieren hochprofessionell und fachkundig; wer kommentiert, sollte bestens vorbereitet sein. Aber das macht es so interessant: dass man weiß, dass hier die Besten dabei sind. Soweit es meine Termine zulassen, nehme ich an allen nationalen Sitzungen und an den Kommentierungen teil. Das kostet viel Zeit: Ständig müssen Entwürfe gelesen, interpretiert, mit der Vorgängerversion verglichen werden, die Anmerkungen fristgerecht eingereicht und anschließend im Arbeitskreis diskutiert werden.

Aber das ist es uns wert: unserer Geschäftsführung, weil wir damit sicherstellen, immer aktuell informiert zu sein und unseren Kunden die beste Beratung zu liefern, und mir, weil ich mich einbringen kann, meinen Beitrag leisten und damit etwas mitgestalten kann. Ich sehe, wie unterschiedlich die Normen von unseren Kunden ausgelegt und umgesetzt werden, wie verschieden sie gelebt werden. Mir fällt auf, wo den Firmen eine Umsetzung schwerfällt, wo die Norm auch falsch verstanden werden kann. Diese Eindrücke möchte ich in die Normung einbringen und sie damit positiv mitgestalten. Unsere Aufgabe ist gesellschaftlich relevant, Normung ist eine Gemeinschaftsleistung - genau das Richtige für einen Idealisten wie mich.

Herzliche Grüße
Ihr Thorsten Stumpf

Thorsten ist unser Themenverantwortlicher für Medizinische Software, Ihre Geheimwaffe für Software Safety und Software Security und seit kurzem einer von 3.500 berufenen Experten beim DKE. Seinen Kollegen dort gelingt anscheinend, was er sonst immer bei anderen schafft: so tief ins Thema einzusteigen, dass allen anderen der Kopf raucht.