Medizinische Labore müssen in Deutschland die Anforderungen der
Richtlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung laboratoriumsmedi¬zinischer Untersuchungen (RiliBäk) erfüllen. Eine Akkreditierung wird für medizinischen Laboratorien nicht pauschal gefordert und ist grundsätzlich zunächst freiwillig. Sie bietet den Vorteil einer objektiven Prüfung durch eine nationale Akkreditierungsstelle, wie z.B. die
DAkkS. Durch die Akkreditierung wird nachgewiesen, dass die Laboratorien über die erforderliche Kompetenz verfügen und genaue und zuverlässige Ergebnisse liefern. Dies fördert das Vertrauen in die Ergebnisse von Laboruntersuchungen und bietet ggf. einen Wettbewerbsvorteil.
In bestimmten Fällen wird die Akkreditierung entweder nach EN ISO 15189:2022 oder nach EN ISO/IEC 17025:201 de facto Pflicht. Führt das Laboratorium z.B. spezialdiagnostische, forensische oder toxikologische Untersuchungen, kann die Akkreditierung als Nachweis zur Erfüllung der Qualitätsanforderungen verpflichtend sein. Durch die Akkreditierung wird dem Laboratorium bestätigt, dass alle Anforderungen erfüllen werden, um eine spezielle Konformitätsbewertungstätigkeit durchführen zu können (siehe auch
VERORDNUNG (EG) Nr. 765/2008).
Für medizinische Laboratorien wird die Akkreditierung nach der Norm ISO 15189:2022 auch dann zur Pflicht, wenn sie "In-house" IVD herstellen und anwenden. In diesem Fall besteht neben der Forderung, die RiliBÄK und die Akkreditierungsnorm zu erfüllen, auch die Notwendigkeit, die QMS-Vorgaben der IVDR zu beachten. Der effizienteste Weg hierfür ist die Etablierung eines integrierten QMS, bei der die zutreffenden Punkte der mit der IVDR harmonisierten Norm EN ISO 13485:2016 + AC:2018 + A11:2021, insbesondere des Kapitels 7, und in das bestehende laborspezifische QMS eingepflegt werden.
Die Akkreditierungsnorm EN ISO 15189:2022 enthält neben den Anforderungen an ein QMS auch Vorgaben zum Risikomanagement. Für die medizinischen Laboratorien bedeutet das, dass sie sich auch mit der EN ISO 22367:2020 beschäftigen müssen, die die Anwendung des Risikomanagements auf medizinische Laboratorien beschreibt.
Während die EN ISO 15189:2022 spezifisch für medizinische Laboratorien ist, wenden Prüf- und Kalibrierungslaboratorien die EN ISO/IEC 17025:2017 an. Auch sie legt allgemeine Anforderungen an die Kompetenz, die Unparteilichkeit und die einheitliche Arbeitsweise von Laboratorien fest. Im Gegensatz zur Zertifizierungsnorm EN ISO 9001:2015 enthält die Akkreditierungsnorm EN ISO/IEC 17025:2017 zusätzliche Anforderungen an die technische Kompetenz der Laboratorien.
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